Interessante Neuigkeiten

27. November 2017

Neue Düsseldorfer Tabelle 2018 - weniger Unterhalt?

Die sogenannte Düsseldorfer Tabelle wird vom OLG Düsseldorf in der Regel jährlich publiziert und enthält Richtlinien für den Unterhaltsbedarf von Kindern. Die Bemessung der Unterhaltshöhe hängt vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen, aber auch von individuellen Faktoren wie der Anzahl von unterhaltsberechtigten Kindern ab. Eine Staffelung der Unterhaltstabelle geschieht nach 10 Einkommensgruppen, die das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen abbilden.

Was ändert sich zum Jahr 2018?

Zum Jahr 2018 verschieben sich diese Unterhaltsgruppen nach oben, sodass z.B. die niedrigste Einkommensgruppe 1 nicht wie die letzten Jahre bei einem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen bis 1.500 Euro liegt, sondern nun den Einkommensbereich bis 1.900 Euro netto abdeckt. Diese vielleicht als unwesentlich zu erachtende Änderung hat weitreichende Auswirkungen auf die Höhe von Unterhaltsverpflichtungen. So kann es sein, dass Unterhaltspflichtige weniger Unterhalt als vorher zahlen müssen. Hierzu 2 Beispiele:

Musterrechnungen

Nettoeinkommen: 3.400 € monatlich
Alter des Kindes: 4 Jahre
Unterhalt 2017: 438 € (vor Abzug Kindergeldanteil)
Unterhalt 2018: 418 € (vor Abzug Kindergeldanteil)

Nettoeinkommen: 1.600 € monatlich
Alter des Kindes: 4 Jahre
Unterhalt 2017: 360 € (vor Abzug Kindergeldanteil)
Unterhalt 2018: 348 € (vor Abzug Kindergeldanteil)

Handlungsbedarf? JA!

Dynamische Unterhaltstitel knüpfen nicht an einen festen Zahlbetrag an, sondern flexibel an den sogenannten Mindestbedarf an, der als Prozentsatz neben den Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle abgebildet ist. Dies ist an für sich eine praktische Sache, weil sich der Titel so automatisch ändert, wenn ein Kind die nächste Altersstufe erreicht oder sich die Zahlbeträge der Tabelle ändern. Durch die Änderung der Einkommensgruppen kann es nun allerdings sein, dass der alte, festgelegte Prozentsatz nicht mehr der neuen Einkommensgruppe entspricht. Beispielsweise wurde man bei einem Einkommen von 2.500 € netto bisher mit einem Prozentsatz von 115 % des Mindestbedarfs verpflichtet, nach neuer Tabelle wären es nur 110 Prozent, was immerhin z.B bei einem Kind ab 12 Jahren eine Differenz von 24 € bedeutet, die der Unterhaltsschuldner nach der alten Verpflichtung „zu viel“ zahlen würde, wenn man ihn ohne Abänderung an dem alten Prozentsatz festhält. Hier ergibt sich durch die neue Regelung jedenfalls Überprüfungsbedarf! Eine Herabsetzung des Prozentsatzes sollte nicht hinausgeschoben, sondern frühzeitig beantragt werden, da es eine Abänderung nur für die Zukunft gibt.


10. Dezember 2015

Unterhalt: Wenn Kinder volljährig werden

Unterhaltspflichtige Eltern - meist sind es die Väter - sind es gewohnt, dass sich mit den Altersstufen der Düsseldorfer Tabelle der Unterhalt für die Sprösslinge stetig erhöht. Grundsätzlich ist es schon so, dass Kindern, je älter sie werden, immer höhere Unterhaltssätze zustehen. Allerdings gilt beim Unterhalt eine Kindergeldanrechnung, welche den zu zahlenden Unterhalt jeweils senkt. Bis zur Volljährigkeit des Kindes wird das hälftige Kindergeld beim Unterhalt in Anrechnung gebracht, ab Volljährigkeit jedoch das volle Kindergeld. Dies führt in den meisten Fällen (bis zur Einkommensgruppe 8 der Düsseldorfer Tabelle) dazu, dass ab Erreichen der Volljährigkeit weniger Unterhalt als zuvor zu zahlen ist. Hier gleicht sich der höhere Bedarf eines Volljährigen gegenüber einem Minderjährigen mehr als vollständig aus durch die volle Kindergeldanrechnung, sodass „unterm Strich“ weniger als zuvor zu zahlen ist.


Klärung per Telefon - schnell und bequem

  1. Nur ein Anwalt
  2. Kein Anwaltsbesuch
  3. Drei Schritte